In Cottbus arbeitet neben ClinX Energy Systems auch die pyropower GmbH. Beide Unternehmen gehören zum selben Verbund. pyropower baut mit dem Pyro-ClinX 150 eine Anlage, in der eine extern befeuerte Mikrogasturbine das Herzstück ist. Hier zeigt sich, was diese Technik praktisch leisten kann.
Vier Produkte aus holzigen Reststoffen
- Strom für den Eigenbedarf oder zur Einspeisung
- Wärme für Prozesse, Hallen und Wärmenetze
- Pflanzenkohle für Landwirtschaft und Industrie
- CO₂-Zertifikate aus dem gebundenen Kohlenstoff
So funktioniert die Anlage
Holzhackschnitzel der Klassen G30 bis G45 gelangen luftdicht in einen liegenden Rohrreaktor. Dort zerfällt das Holz bei 650 bis 800 °C ohne Sauerstoff in Pyrolysegas und Pflanzenkohle. Das Gas oxidiert in einem FLOX-Brenner flammlos bei bis zu 1.200 °C. Ein Hochtemperatur-Wärmetauscher überträgt die Wärme auf saubere, verdichtete Luft, die Turbine und Generator antreibt. Die Pflanzenkohle wird gekühlt und laufend ausgetragen, rund 75 kg pro Stunde.
Warum extern befeuert
Die Turbine kommt mit dem Pyrolysegas nie in Kontakt, sie sieht nur heiße, saubere Luft. Das schont Lager und Schaufeln, erlaubt Luftlager ohne Öl und macht die Anlage offen für verschiedene holzige Reststoffe. Anders als beim Holzvergaser-BHKW braucht es keine Gasreinigung, und 20 bis 25 Prozent des Inputs bleiben als Pflanzenkohle erhalten.
Eckdaten des Pyro-ClinX 150
- Elektrische Leistung: 150 kW brutto, 130 kW netto
- Thermische Leistung: max. 450 kW, Prozesswärme bis 360 °C, in Sonderauslegung bis 550 °C
- Brennstoff: Holzhackschnitzel G30 bis G45, rund 315 kg pro Stunde, maximal 25 Prozent Wassergehalt
- Betrieb: vollautomatisch mit SPS und Fernüberwachung, ausgelegt auf 8.000 Stunden im Jahr
- Abmessungen: 13,40 × 6,40 × 5,90 Meter
Für wen sich die Anlage eignet
Pyro-ClinX passt zu Standorten mit ganzjährigem Wärme- und Strombedarf: Industriebetriebe mit Prozesswärme, Holzindustrie und Sägewerke, Kommunen, Stadtwerke und Wärmenetzbetreiber. Eigene Holzreststoffe aus dem Betrieb können genutzt werden.
Entwicklung, die im Betrieb ankommt
Die extern befeuerte Mikrogasturbine wird seit 2012 entwickelt, 15 Systeme sind im Einsatz. Für ClinX Energy Systems ist das der beste Beleg, dass Engineering aus der Lausitz nicht im Labor stehen bleibt: Kreisprozess, Wärmetauscher, Folienlager und Generator arbeiten hier zusammen, rund um die Uhr.
Alle Details, Downloads und Kontakt zum Pyro-ClinX finden Sie bei pyropower. Mehr zur Technik der Turbine: Extern befeuerte Mikrogasturbinen
